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Ein Jahr der Freiheit und Orientierung

Mariel Fuentes Lugo hat in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Freiwilliges Soziales Jahr gibt persönliche und berufliche Orientierung

Nach der Schule ein Jahr Pause von Schreibtisch, Hörsaal oder Werkbank! Dazu entschied sich auch Mariel Fuentes Lugo, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im St. Magnus-Haus in Everswinkel machte. Der Unterschied: Für ihr FSJ im Münsterland legte die 25-Jährige viele tausend Kilometer aus Mexiko zurück, um nach ihrem Jura-Studium eine neue Sprache zu lernen und im Altenheim viele neue Erfahrungen zu sammeln.

„Das Jahr hat mir sehr viel gebracht“, strahlt die junge Frau. Ein halbes Jahr hatte sie bereits Deutsch in Mexiko gelernt, bevor sie über die Partnerschaft zwischen den  Bistümern Münster und Tula nach Everswinkel kam und hier ihre Deutschkenntnisse im Intensivkurs, in ihrer Gastfamilie und im Arbeitsalltag perfektionierte.

Um 7 Uhr begann ihr Arbeitstag. Sie half Bewohnern beim Waschen, Anziehen und Haare kämmen, danach ging es weiter mit Frühstück vorbereiten. Bevor die Mittags- und die Kaffeemahlzeit anstanden, konnte sie sich zwischendurch immer wieder Zeit nehmen, um mit Bewohnerinnen und Bewohnern spazieren zu gehen, aus der Zeitung vorzulesen oder einfach nur für ein Gespräch da zu sein. Mit ihrer aufgeschlossenen, fröhlichen Art eroberte sie die Herzen vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Sie lud zu einem mexikanischen Nachmittag ein, dekorierte die Wohnküche des Wohnbereichs, buk Zitronenkuchen und erzählte aus ihrem Land.

„Wenn du dein Leben und dein Glück mit anderen Menschen teilst, dann ist schnell eine persönliche Verbindung da“, erzählt Mariel Fuentes Lugo, die viele Klischees über Deutschland über Bord geworfen hat. „Ich habe hier sehr viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt und neue Freunde gefunden.“ Im Kontakt mit den älteren Menschen im St. Magnus-Haus habe sie gelernt, den Augenblick zu genießen.

Das Freiwillige Soziale Jahr gibt vielen jungen Leuten die Möglichkeit, sich persönlich und beruflich zu orientieren, ohne sich gleich festzulegen. „In den sozialen und den Pflegeberufen stehen einem alle Türen offen. Es gibt viele Möglichkeiten sich weiterzubilden, zu spezialisieren und Verantwortung zu übernehmen bis hin zu Studienmöglichkeiten“, bestätigt Markus Giesbers, Netzwerkkoordinator der St. Elisabeth-Stift gGmbH.

 

Zum Thema: Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst

Für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) können sich junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren (Bufdi ohne Altersgrenze) bewerben. Start ist in der Regel im Spätsommer, ein späterer Einstieg ist nach Absprache meist möglich. Während des FSJ gibt es Taschengeld, Verpflegungsgeld, Sozialversicherungsleistungen und 30 Urlaubstage. Die Eltern erhalten weiterhin Kindergeld. Fünf Wochen im Jahr gibt es begleitende Bildungsseminare. Meist wird das Jahr als (Vor-)Praktikum für soziale oder pflegerische Studiengänge bzw. Ausbildungen akzeptiert. Wer sich für ein FSJ oder einen Bufdi in den Altenpflegeeinrichtungen des Netzwerks in Sendenhorst (St. Elisabeth-Stift), Albersloh (St. Josefs-Haus), Ennigerloh (St. Josef-Haus) und Everswinkel (St. Magnus-Haus) interessiert, kann sich unter personal@remove-this.st-elisabeth-stift.de bewerben oder unter 02526 300-1211 informieren. Gerne geben auch die Leitungen in den Häusern vor Ort Auskunft.