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Ein kleiner Pieks in den Arm, aber ein großer Schritt für die Menschen

Sieghard Westphal, Bewohner im St. Elisabeth-Stift, nahm die Impfung gelassen.
Volle Konzentration: Krankenschwester Annette Holtkamp zieht den Impfstoff auf.
Ausruhen nach der Impfung: Blick in den Ruheraum in der Tagespflege des St. Josefs-Hauses
Heike Wieler und Hildegard Kleikamp bereiteten die Injektionen vor.
flege-Azubi Alcuk Benli freute sich, dass er zu den Ersten gehörte, die sich impfen lassen konnten.
Bürgermeister Sebastian Seidel (l.) machte sich im St. Magnus-Haus ein Bild von der Impfaktion.
Bewohnerin Agnes Urich ließ sich im St. Magnus-Haus impfen.
Wertvolles Sixpack: Je sechs Injektionen ließen sich aus einem fläschchen Serum gewinnen.

Große Corona-Impfaktion in den vier Altenpflegeeinrichtungen der Stiftung

„Das war’s schon?!“ Sieghard Westphal ist überrascht, wie schnell die Corona-Impfung erledigt ist. Es war nur ein kleiner Pieks, aber für die Menschheit ein großer Schritt, der seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher hat. „Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, die Pandemie in den Griff zu bekommen“, ist Westphal, Bewohner des St. Elisabeth-Stifts, überzeugt.  Die groß angelegte Corona-Impfaktion in den vier Altenhilfeeinrichtungen des Pflege- und Betreuungsnetzwerks der St. Elisabeth-Stift gGmbH war am 8. und 9. Januar 2021 in Sendenhorst, Albersloh, Everswinkel und Ennigerloh angerollt. Mehr als 600 Bewohner und Mitarbeiter des St. Elisabeth-Stifts, des St. Josefs-Hauses, des St. Magnus-Hauses und des St. Josef-Hauses wurden geimpft. Die zweite Impfung soll dann Ende Januar folgen.

Insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner ließen sich alle impfen, sofern ihr Gesundheitszustand es zuließ. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lag die Quote in den Einrichtungen der St. Elisabeth-Stift gGmbH zwischen 75 bis 90 Prozent. „Als Mitarbeiter, die jeden Tag viel Kontakt mit der hochgefährdeten Gruppe der älteren Menschen hat, sollten wir vorangehen, wenn wir die Möglichkeit dazu haben“, meint Mitarbeiterin Magdalene Wierbrügge (St.Magnus-Haus). „Ich bin sehr froh, dass ich zu den Ersten gehöre, die geimpft werden“, freut sich Altenpflege-Azubi Selcuk Benli auf bald wieder mögliche (Reise-)Freiheiten. Auch für Pflegemitarbeiterin Manuela Scharnewski aus dem St. Josefs-Haus war die Entscheidung klar: „Die Nebenwirkungen von Covid 19 sind wahrscheinlich schlimmer als die Impfung.“

Wie am Schnürchen funktionierte die Impfaktion, die in Sendenhorst und Albersloh an jeweils zwei Tagen stattfand, in Everswinkel und Ennigerloh an einem Tag. Die Impfung erfolgte jeweils in Kooperation mit örtlichen Hausarztpraxen. Im St. Elisabeth-Stift brachte Dr. Rami Tubaileh das Lob für die Vorbereitung in den Einrichtungen auf den Punkt: „Von den Räumlichkeiten sind die Bedingungen hervorragend, es ist extrem gut vorbereitet, und es gibt eine sehr gute Unterstützung durch die Mitarbeiter hier.“ Eine verantwortungsvolle Aufgabe hatten auch die medizinischen Fachangestellten, die nach genauen Vorgaben den Impfstoff  aufbereiteten (rekonstituierten) und aus jedem Fläschchen die vorgegebene Anzahl von sechs Injektionen aufzogen.

Bis zur Umsetzung der Impfung in den beiden Pflegeheimen haben die Hausleitungen mit großer Unterstützung von Hygienefachkraft Markus Geilen, Hauswirtschaftsleitung Roswitha Mechelk und des Technischen Leiters Peter Kerkmann einen wahren Organisationsmarathon absolviert. Für die Bestellung und Logistik des Impfstoffs lobt Netzwerkkoordinator Markus Giesbers die sehr gute Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und in den jeweiligen Einrichtungen die Impfkooperation mit den örtlichen Hausarztpraxen.  

Die beiden größten Packen  in der Vorbereitung waren vor allem der bürokratische Aufwand und die räumlich-personelle Organisation. Beides war penibel vorgegeben, damit die Impfung fachgerecht vonstatten geht und sauber für das Robert-Koch-Institut dokumentiert werden kann. Bereits vor Weihnachten wurden in doppelter Ausfertigung die Formulare für Aufklärung, Anamnese / Einwilligung sowie Impfbescheinigung verschickt. Der schnelle Rücklauf vor allem der Einwilligungen war wichtig, um den tatsächlichen Bedarf an Impfstoff für die verbindliche Bestellung am 30. Dezember richtig abschätzen zu können. Viele Bögen kamen unvollständig ausgefüllt zurück, telefonisch musste nachgehakt werden. Parallel wurde die verbleibende Zeit für Informationsveranstaltungen genutzt, in denen Ärzte des St. Josef-Stifts sachlich aufklärten und auf individuelle Fragen und Bedenken eingingen.

All das kostete Zeit – aber wertvoll genutzte Zeit, wie Netzwerkkoordinator Markus Giesbers meint: „Es war richtig und wichtig, sich die Zeit für Information und eine gute Vorbereitung zu nehmen, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.“ Vor allem die Informationsveranstaltungen hätten bei bestehenden Unsicherheiten bei manchem noch den Ausschlag für eine Impfbeteiligung gegeben.

Für die Impftage waren viele Vorbereitungen zu treffen: Ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten bereit stehen, um die Bewohnerinnen und Bewohner zur Impfung zu begleiten. Für die Abläufe wurde ein Einbahnstraßensystem eingerichtet mit Wartebereich, Impfzimmer, Ruheraum und separatem Ausgang. Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde streng bewacht geliefert und musste zuverlässig gekühlt aufbewahrt werden. Ab der Lieferung stand nur ein enges Zeitfenster für die Impfung zur Verfügung.

Am Ende der Aktionen stand ein durchweg positives Resümee: „Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Vorbereitung und Durchführung einen super Job gemacht haben“, so Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann. Mit der Impfung sei ein wichtiger Schritt getan, um die besonders verletzliche Gruppe der Menschen über 80 Jahre zu schützen. Bislang hätten alle Geimpften die Impfung gut vertragen. Gleichwohl sind sich die Hausleitungen des St. Elisabeth-Stifts und des St. Josefs-Hauses Albersloh sicher: „ Trotz der ersten Impfung dürfen wir nicht nachlassen, die Hygiene- und Schutzmaßnahmen weiterhin streng einzuhalten“, formuliert es Hausleitung Annette Schwaack (Albersloh).