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Pflege braucht Wertschätzung!

Verantwortung, Fachwissen und Freude - die Altenpflege ist ein vielseitiger Beruf, der mehr Wertschätzung verdient hätte.

Am 12. Mai ist Internationaler Tag der Pflege

Kati Schmetkamp ist Altenpflegerin im St. Elisabeth-Stift. Und: Sie ist Altenpflegerin aus Überzeugung: „Es ist ein Sinn gebender Beruf, man baut persönliche Bindungen zu den Bewohnern auf, und ich kann meine positive Energie mit ihnen teilen. Kein Tag ist wie der andere, und es macht mich stolz, wenn die Bewohner und die Angehörigen zufrieden sind.“

Die junge Frau übt ihren Beruf gerne aus. Sie schätzt die Vielseitigkeit, und auch die Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, die die Altenpflege bietet. Anders als in der Krankenpflege, verfügen Altenpfleger über sehr tiefes Wissen, wann zum Beispiel der Sterbeprozess losgeht. Zu ihrem Beruf gehört auch sehr viel psychologisches Gespür, um auf die Bedürfnisse und die jeweilige Tagesform der Bewohner einzugehen. Nicht zuletzt wenn Demenz im Spiel ist und die Kommunikation erschwert ist. Es ist Pflegekunst.

Altenpfleger müssen viel können und tragen große Verantwortung. Die öffentliche Wahrnehmung dieses Berufes sieht meist anders aus und ist von wenig Wertschätzung geprägt. Zum Beispiel wenn Missstände in einzelnen Einrichtungen öffentlichkeitswirksam verallgemeinert werden. Was macht das mit den Pflegenden, die jeden Tag ihr Bestes geben, um alten Menschen ein gutes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen? Kati Schmetkamp: „Es macht mich traurig und sauer! Ich weiß, wenn ich mit einem T-Shirt-Aufdruck ,Ich bin Altenpflegerin‘ durch die Stadt laufen würde, würde man mich in eine Schublade stecken. Bei überfordernden Situationen muss man auf das Team und die Leitung vertrauen und sich gegenseitig helfen.“

Regelmäßig werden Altenheime durch die Heimaufsicht und den Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft. „Prüfungen sind absurd, wenn darauf geschaut wird, ob die Buchstaben im Speisenplan groß genug gedruckt sind“, so Pflegedirektor Detlef Roggenkemper. Hausleitung Elisabeth Uhländer-Masiak ergänzt: „Die Prüfung ist zu dokumentationslastig nach dem Motto: sicher, satt, sauber. Der Schwerpunkt sollte auf der Ergebnisqualität und der Zufriedenheit der Bewohner liegen.“

Auch die politische Forderung, mit einem Sofortprogramm mehr Pflegekräfte einzustellen, geht nach Meinung der Praktiker an der Realität vorbei, denn: Es gibt schlichtweg keine arbeitslosen Pflegekräfte. Das Schüren einer skandalisierten Berichterstattung über die Pflege zeigt Wirkung auch in der Hinsicht, dass das Interesse junger Leute an diesem Beruf spürbar gesunken ist. Um die Stellen im Rahmen der natürlichen und ruhestandsbedingten Fluktuation besetzen zu können, bietet das Pflege- und Betreuungsnetzwerk der St. Elisabeth-Stift gGmbH 30 Ausbildungsplätze in der Altenpflege.

Pflegedirektor Detlef Roggenkemper: „Pflege braucht gute Rahmenbedingungen mit verlässlicher Dienstplanung. Auch eine vernünftige Bezahlung ist wichtig, reicht aber nicht allein: Pflege braucht Wertschätzung!“