Nachrichten

Tagespflege bringt in Corona-Zeit wieder ein Stück Normalität in den Alltag

Sicherheit, Hygiene und das Wohlergehen der Tagespflegegäste steht für Markus Giesbers, Jessica Linnemann und Stephanie Umlauf an vorderster Stelle.

Abwechslung für Gäste, Atempause für Angehörige: Überforderung und Vereinsamung vermeiden

Die Corona-Pandemie stellt pflegende Angehörige und ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf weiterhin vor große Aufgaben. Die Sorge vor einer Ansteckung kann bei alleinlebenden und betagten Menschen die Vereinsamung und Isolierung im eigenen Zuhause fördern. Viele pflegende Angehörige stehen oft vor einer unlösbaren Aufgabe, allen Wünschen und Bedürfnissen in der Familie gerecht zu werden.

„Aus Gesprächen mit Angehörigen wissen wir, dass die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen zu Hause durch die Corona-Pandemie in manchen Fällen zu Überforderung geführt hat“, schildert Netzwerkkoordinator Markus Giesbers die Erfahrungen der Altenhilfeeinrichtungen der St. Elisabeth-Stift gGmbH. Ein abwechslungsreiches Beschäftigungsprogramm ließe sich in Eigenregie oft nicht organisieren.

Nach dem Lockdown, der im Frühjahr für einige Wochen auch die Tagespflegeeinrichtungen betraf, sind dennoch einige Gäste aus unterschiedlichen Gründen nicht wieder in die Tagespflege zurückgekehrt. Bei manchen scheint es unter Corona-Bedingungen noch Vorbehalte zu geben. „Zu Unrecht“ wie die beiden Leitungen Jessica Linnemann (Tagespflege St. Elisabeth) und Stephanie Umlauf (Tagespflege des St. Josefs-Hauses) meinen. Das Angebot mit Beschäftigung, Unterhaltung, gemeinsamen Mahlzeiten und Ruhephasen steht wieder zur Verfügung.

Beide Tagespflegen haben umfassende Hygienekonzepte erarbeitet. Generell erfolgt die Aufnahme neuer Gäste nur mit aktuellem Corona-Testergebnis. Täglich werden Symptome abgefragt und Fieber gemessen. Wer Erkältungsanzeichen zeigt, bleibt sicherheitshalber zu Hause. Abstand, Händedesinfektion und Mund-Nasen-Schutz bei bestimmten Aktivitäten gehören zum Tagesablauf.

Mahlzeiten, Zeitungsrunde, Plattdeutscher Kreis, Gedächtnistraining oder Sitzgymnastik – alles findet mit Abstand und in kleineren Gruppen statt; das großzügige Raumangebot beider Tagespflegen macht es möglich. „In kleinerem Rahmen lässt sich noch intensiver auf die Gäste eingehen“, nennt Jessica Linnemann einen Vorteil. Eine feste Sitzordnung bei den Mahlzeiten, in geselligen Runden oder bei Aktivitäten gehört ebenso zum Konzept. „In der aktuellen Situation erfreuen sich begleitete Spaziergänge an der frischen Luft größter Beliebtheit“, schmunzelt Stephanie Umlauf.

„In Corona-Zeiten freuen sich viele Menschen ganz besonders auf Abwechslung: Die Tagespflege bietet Unterhaltung für die Gäste, und ist eine Entlastung und Atempause für die pflegenden Angehörigen“, unterstreicht Markus Giesbers, dass in diesen Zeiten ein Stück Normalität ebenso wichtig ist.